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5. Zusammenfassende Diskussion
Die
durchgeführten Untersuchungen im Rahmen dieser Arbeit haben
gezeigt, wie unterschiedlich sich ein O2-Plasma auf
verschiedene Kunststoffoberflächen auswirkt.
Die
Kunststoffe PE, PC, ABS und PBT können in einer
Niederdruckplasmaanlage bei einem Druck von 0,3 mbar aktiviert
werden. Dies konnte anhand der Spreitung des Wassertropfens bei der
Kontaktwinkelmessung direkt im Anschluss an die Aktivierung
beobachtet und gemessen werden.
PMMA
konnte mit den zuvor genannten Bedingungen nicht so gut aktiviert
werden, wie die bereits angesprochenen Kunststoffe. Die Ergebnisse
des Kontaktwinkels, die direkt im Anschluss an die Aktivierung
ermittelt wurden, lagen deutlich höher, als bei den übrigen
Kunststoffen. Auswirkungen dieser Kontaktwinkelergebnisse auf die
Lackhaftung konnten jedoch nicht festgestellt werden. Bei der
Zugscherprüfung konnte PMMA nicht berücksichtigt werden, da
mit den zur Verfügung stehenden Mitteln keine Zugstäbe
hergestellt werden konnten. Somit kann für diesen Kunststoff
keine Aussage getroffen werden, ob sich die Ergebnisse der
Kontaktwinkelmessung auch auf die Adhäsion des Klebstoffes
auswirkt. Die Aussage, dass PMMA nicht mit den verwendeten
Bedingungen aktiviert werden kann, stützt sich nur auf die
Ergebnisse der Kontaktwinkelmessung.
Bei
PP konnte, im Vergleich zu PMMA, mit den durchgeführten
Untersuchungen gezeigt werden, dass dieser Kunststoff nicht mit einem
O2-Plasma bei den verwendeten Bedingungen zu aktivieren
ist. Die hohen Werte des Kontaktwinkels finden ihre Entsprechung in
der praktisch nicht vorhandenen Adhäsion des eingesetzten
Klebstoffes bei der Zugscherprüfung. Bei der
Gitterschnittprüfung zeigten sich ebenfalls Abplatzungen der
Lackschicht, die diese Aussage wiederum untermauern.
In
dieser Arbeit hat sich die bereits bekannte Erkenntnis bestätigt,
dass eine Plasmaaktivierung zeitnah vor den weiteren
Behandlungsschritten durchgeführt werden sollte. Bei allen
untersuchten Kunststoffen erhöhte sich der Wert des
Kontaktwinkels mit zunehmender Auslagerungsdauer. Die damit
verbundene Erniedrigung der Oberflächenenergie zeigte sich bei
der Zugscherprüfung und dem Gitterschnitttest.
Die
Verringerung der Oberflächenenergie verläuft am stärksten
in den ersten 24 Stunden der Auslagerung. In dieser Zeit erhöhte
sich der Wert des Kontaktwinkels bei allen untersuchten Kunststoffen
sehr stark. Über den weiteren Auslagerungszeitraum blieb der
Wert des Kontaktwinkels bei PE, PP, PC, PMMA auf hohem Niveau
annähernd konstant. ABS und PBT zeigten den vermuteten Verlauf
des kontinuierlichen Anstiegs des Kontaktwinkes über den
betrachteten Auslagerungszeitraum.
Der
Anstieg des Kontaktwinkes zeigte eine Entsprechung in der Abnahme der
Adhäsion des Klebstoffes, was durch die Zugscherprüfung
festgestellt werden konnte. Bei PE, PC, ABS und PBT sank die
Zugscherfestigkeit über den untersuchten Auslagerungszeitraum
kontinuierlich ab, was die Ergebnisse der Kontaktwinkelmessung
bestätigt. Obwohl PP und PMMA nicht aktivierbar sind, zeigten
auch sie diesen Verlauf.
Bei
der Kontaktwinkelmessung haben nur die zuvor für 30 Sekunden
aktivierten Proben den Trend der abnehmenden Lackhaftung über
den Auslagerungszeitraum gezeigt. Bei den übrigen untersuchten
Behandlungszeiten zeigten sich große Schwankungen des
Gitterschnittkennwertes über den Auslagerungszeitraum. Dies kann
durch die mangelnde Erfahrung des Verfassers dieser Arbeit mit der
eingesetzten Methode erklärt werden, da die Vergabe der
Kennwerte durch optische Begutachtung und Vergleich erfolgte, was
eine gewisse Erfahrung in diesem Gebiet voraussetzt.
Die
Wahl des Auslagerungsmediums, in dieser Arbeit wurden PE-Beutel und
Alufolie verwendet, zeigten keinen erkennbaren Einfluss auf die
Stabilität der plasmaaktivierten Oberflächen. Die Werte des
Kontaktwinkels haben gezeigt, dass kein signifikanter Unterschied
zwischen den Proben die in PE-Beuteln und denen die in Alufolie
gelagert wurden, besteht. Der Einfluss von UV auf die behandelten
Kunststoffoberflächen sollte durch die Verwendung der
verschiedenen Auslagerungsmedien untersucht werden.
Weiterhin
hat sich in dieser Arbeit gezeigt, dass kein erkennbarer Einfluss der
Behandlungsdauer vorliegt, obwohl bei unterschiedlichen
Behandlungszeiten die Kunststoffoberfläche mehr oder minder
stark verändert wird. Durch die Kontaktwinkelmessung hat sich
jedoch gezeigt, dass die Werte des Kontaktwinkels nach der
Aktivierung sehr dicht beieinander liegen, wodurch kein Einfluss
vorliegt.
In
dieser Arbeit traten an einigen Stellen Besonderheiten und
Abweichungen auf, die genaure Untersuchungen notwendig machen würden.
Bei
der Kontaktwinkelmessung hat sich gezeigt, dass der Wert des
Kontaktwinkels nach einem Tag Auslagerung sehr stark ansteigt. Somit
wären in diesem Zeitraum mehrere Kontaktwinkelmessungen
erforderlich, um festzustellen, wie schnell dieser Anstieg vonstatten
geht, und wie sich dieser auf die Zugscherung und die Lackhaftung
auswirken wird.
Ebenfalls
interessant wäre eine Nachmessung mit einer „idealen
Oberfläche“. Dadurch könnte herausgefunden werden,
wie stark sich Kratzer und Riefen auf die Kontaktwinkelmessergebnisse
auswirken. Ausführlich dargestellt ist dies in Kapitel 4.4.
Weiterhin
wäre die Verwendung von praxisnahen Lacken interessant. Der in
dieser Arbeit verwendete Airbrushlack hat auch auf den nicht
aktivierten Proben, je nach Kunststoff, gute Kennwerte erbracht. Da
ein Airbrushlack in der Praxis selten verwendet wird, wären
Tests mit verschiedenen Nasslacken hilfreich.
Im
Fall der Zugscherfestigkeit wurde aufgrund der Vergleichbarkeit der
2-Komponenten-Klebstoff der Firma DELO eingesetzt. Da es sich bei
diesem Klebstoff um einen universell einsetzbaren handelt, wäre
eine Untersuchung mit kunststoffoptimierten Klebstoffen ebenfalls
interessant.
Abschließend
kann festgehalten werden, dass die in der Aufgabenstellung (Kap. 1.2)
dargelegten Überlegungen mit den ermittelten Messergebnissen
bestätigt werden konnten. Eine Auslagerung von plasmabehandelten
Kunststoffoberflächen ist aufgrund der vorliegenden Ergebnisse
deshalb nicht empfehlenswert. Eine möglichst zeitnahe
Vorbehandlung sollte weiterhin durchgeführt werden.
Die
eingangs erwähnte Langzeitstabilität plasmaaktivierter
Kunststoffoberflächen konnte im Rahmen dieser Arbeit nicht
festgestellt werden.
Quellenverzeichnis
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[SAY89]: The effect of plasma
treatment on the wettability of substrate materials
Anthony Sayka, J. G. Eberhart Solid State
Technoligy, May 1989
Danksagung
Zuerst
möchte ich mich bei meinen beiden Betreuern Herrn Dr. Haag von
der Firma Diener electronic und Fr. Prof. Dr. Möckel von der
Hochschule Aalen für die stete Hilfestellung während dieser
Arbeit bedanken,
Der
Firma Diener electronic in Nagold danke ich für die
Bereitstellung der Plasmaanlage.
Die
Klebstoffe wurden freundlicherweise von der Firma DELO in
Landsberg/Lech zur Verfügung gestellt. Dabei gilt auch ein Dank
an Herrn Werner für die eine oder andere Hilfestellung beim
Thema „Verklebungen“.
Die
Materialien PBT und ABS wurden von der Firma BASF hergestellt. Hier
gilt der Dank Herrn Kuriykov durch den die Versuchsreihen erst
möglich wurden.
Ein
großer persönlicher Dank geht an Herrn Kolb vom
Fachbereich Elektrotechnik der Hochschule Aalen. Ohne die freundliche
Überlassung der Fräsmaschine wäre die Arbeit nicht
durchführbar gewesen.
Normen
und Datenblätter
In
der ersten Abbildung ist die für die Zugscherprüfung
verwendete DELO-Norm aufgeführt.
Im
Anschluss werden die Datenblätter für den verwendeten
Klebstoff dargestellt.




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